Assad Regime lehnt US-Angebot ab, eine Hungersnot droht

Es gibt im Moment in Syrien keinen Unterschied zwischen dem Verhungern oder dem Sterben am Coronavirus, sagte Ahmed während eines Telefongesprächs mit dem MENA Forschungs- und Studienzentrum, in dem er die miserable Situation der Zivilbevölkerung in Damaskus beschreibt.

Ahmeds Gespräch repräsentiert 90% der Menschen, deren Leben auf dem Spiel steht, da sie an Hunger sterben könnten. Dies deutet darauf hin, dass wir kurz vor einer humanitären Katastrophe stehen, einer echten Hungersnot, die manche Menschen dazu zwingen könnte, für Lebensmittel zu plündern und vielleicht auch zu töten.

Familien sind so verzweifelt, dass sie – laut Ahmed – vor einem Fast-Food-Restaurant in Damaskus um die Reste kämpfen.

Diese Krise ist nicht plötzlich aufgetreten, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Korruption im Assad-Regime, zusätzlich zu dem vor neun Jahren begonnenen Krieg, gefolgt von den Folgen des US-amerikanischen „Caesar Act“.

„In den letzten 24 Stunden gingen bei der Polizei in Damaskus mehr als 1850 Beschwerden wegen Diebstahls von Handy, Geldbörsen und Brieftaschen ein“, sagte ein Polizist gegenüber dem MENA-Studien- und Forschungszentrum und fragte sich, wie die Situation in den folgenden Tagen angesichts des Rückgangs aussehen werde in Bezug auf den Wert des syrischen Pfunds und dem Anstieg des Wertes des US-Dollars, was mit einem dramatischen Anstieg der Lebensmittelpreise zusammenfällt.

Verhandlungen zwischen Syrien und den USA, die Russland bekannt sind

Zuverlässige Quellen haben dem MENA Studien- und Forschungszentrum bestätigt, dass die Berichte über Verhandlungen zwischen dem syrischen Regime und den USA wahr sind. Sie zielen darauf ab, aus der Krise herauszukommen und die Auswirkungen der Sanktionen durch den „Caesar Act“ Syriens zu mildern.

Die Meinungsverschiedenheit betraf besonders das Zeitlimit, da laut dem Regime, die von den USA vorgegebene Zeit nicht genug für Reformen und nicht genug für den Beginn einer Übergangsphase sei, so die Quellen des MENA Studien- und Forschungszentrum.

Am vergangenen Sonntag erklärte der US-Sonderbeauftragte für Syrien, James Jeffry, dass sein Land dem syrischen Präsidenten einige Tage vor Inkrafttreten des Caesar Act einen Vorschlag unterbreitet habe, um den raschen Zusammenbruch der syrischen Wirtschaft zu vermeiden.

Jeffrey führte während seines Treffens mit den Organisationen der USA für ein freies Syrien und dem dafür zuständigen US-Rat den Wertverlust des syrischen Pfunds auf die von den USA ergriffenen Maßnahmen zurück und betonte, dass der Zusammenbruch des syrischen Pfunds ein Beweis sei, dass Russland und der Iran nicht mehr in der Lage seien, das Assad-Regime zu unterstützen.

Der US-Gesandte sagte, sein Land habe Assad einen Weg geboten, aus dieser Krise herauszukommen: „Wenn er an seinem Volk interessiert ist, wird er das Angebot annehmen, weil Washington einen politischen Prozess sehen will und eine Änderung des Verhaltens des Regimes fordert, sowie keinen Schutz mehr für terroristische Organisationen, die dem Iran eine Basis bieten, seinen Einfluss in der Region zu stärken“, sagte Jeffery.

Er fasste die US-Politik in Syrien zu vier Zielen zusammen, darunter „ein politischer Prozess, der zu einer Änderung des Verhaltens des Regimes führt, die Vereinten Nationen sollten der Führer dieses politischen Prozesses sein, wobei Washington sie dabei unterstützen wird, die Niederlage des islamischen Staates (ISIS) und schließlich der Rückzug Irans aus Syrien.“

Was hat das Assad-Regime über das US-Angebot gesagt?

Das Assad-Regime hat auf das Angebot der USA durch eine Quelle des Außenministeriums reagiert und bestätigt, dass „die Aussagen des US-Gesandten gegenüber Syrien ein klares Eingeständnis der US-Regierung sind, dass sie direkt für das Leid der Syrer verantwortlich sind.“

Die Quelle des Außenministeriums sagte, dass die Verschärfung der Sanktionen die Gegen-Seite des Krieges gegen Syrien stärken würde. Sie betonte, dass die US-Politik erneut scheitern werde, wenn die Syrer darauf bestehen, die Souveränität ihres Heimatlandes und die Unabhängigkeit ihrer politischen und wirtschaftlichen Optionen zu schützen.

„Jeffreys Forderungen sind alte israelische Forderungen, die jetzt erneuert wurden, um den Einfluss der USA in der Region zu stärken“, fügte die Quelle von MENA hinzu.

Wenn die internationale Legitimität und die arabische Solidarität wahr sind, müsste die US-Regierung für ihre Politik zur Rechenschaft gezogen werden, die sich in ihrem täglichen Leben gegen das syrische Volk richtet“, sagte das syrische Außenministerium in ihrer Erklärung.

Die anderen Bedingungen des Vorschlags wurden nicht bekannt gegeben, obwohl sie Assads Zukunft nicht berühren würden, sondern lediglich eine Änderung des Verhaltens des Regimes erfordern.

Diese Reaktion kommt, während Hunderte von Menschen in der Stadt Sweida protestieren und aufgrund der miserablen wirtschaftlichen Situation und des dramatischen Wertverlusts des syrischen Pfunds, Parolen gegen Assad ausrufen.

Russland stimmt dem Dialog zu

Am 9. Juni kündigte das russische Außenministerium seine Bereitschaft an, einen Dialog mit den USA über Syrien zu führen und schwere militärische Ausschreitungen zu verhindern, wobei auf die Erfahrungen Syriens zurückgegriffen wurde.

Die Position Russlands wurde vom stellvertretenden Außenminister Sergej Ryabkow in einer Pressekonferenz über die russisch-amerikanischen Außenbeziehungen und das Interesse Moskaus an einer Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten zur Verbesserung der Abkommen für ein Entgehen schwerer Militärunfälle auf der Grundlage der in Syrien gesammelten Erfahrungen in den russischen Medien veröffentlicht.

Über den Dialog mit den USA für Syrien sagte er: „Wir werden den Dialog mit den USA ausweiten, und wenn sie antworten, sind wir bereit“, und fügen hinzu, dass sie „einen sehr intensiven und professionellen Dialog mit den USA über das Militär führen und daran arbeiten, Konflikte zu lösen. Das ist eine guter Erfolg.“

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