Infiltriert der politische Islam die muslimischen Gemeinden in Europa?

Über Jahrzehnte hat die Muslimbruderschaft (MB) ihre Monopolstellung als Vertreterin des Islam in Europa und den Vereinigten Staaten aufgebaut, unterstützt durch ein effektives Netzwerk von Verbänden und Organisationen dort, welches mitgeholfen hat bei dem Ziel der Schlüsselfunktion islamischer Interessen gegenüber westlichen Regierungen sowie als deren Helferin im Kampf gegen extremistische Gruppen aus der arabischen Welt.

Mit einem erfolgreichen Gespür für Pragmatismus unterdrückte Hassan al-Bannas Bewegung genau die Doktrin, auf welcher sie gegründet wurde, indem sie die westliche Welt in ein „Haus des Friedens“ und die arabische Welt in eine Kriegs- und Kampfzone verwandelte.

Beweise dazu sind die lange Liste an Attentaten, die von ihr bis in die Gegenwart ausgeführt werden. Begonnen hat es mit der Beteiligung an der Ermordung des ägyptischen Premierministers Mahmoud Fahmy al-Gutasi 1948, jene Bluttat, deren Beteiligung Hassan al-Banna nie leugnete, trotz der engen Verflechtung der Bruderschaft mit dem ägyptischen Staat und der Gesellschaft.

Amerika, die Muslimbruderschaft, Bernard Lewis und deren Verbindungen

Basierend auf Geheimakten, welche die CIA veröffentlichte, fußten die ersten Pläne für Hassan al-Bannas Aktionen in Europa auf den EU-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, nachdem dieser die Frau von al-Bannas jüngster Tochter, Said Ramadan, 1953 in Washington D.C. empfangen hatte. Jeder, der Eisenhowers Bibliothek in Kansas besucht, kann die entsprechenden Dokumente dieses Treffens studieren; die Dokumente beschrieben Ramadan als „Ministerin des Islamischen Staates“.

Die Verbindung zwischen der Muslimruderschaft und der CIA verhalf Said Ramadan dabei, die „internationale Organisation“ der Bruderschaft zu etablieren, einer Gruppe, die US-Interessen in der arabischen Region und in muslimischen Staaten, in Europa, Russland und später China durchsetzen sollte. Diese Dokumente, Teile wurden von Robert Dreyfuss veröffentlicht, zeigen die Hilfe der USA bei der Etablierung der Muslimbruderschaft auf, ebenso die Rekrutierung von neuen Mitgliedern sowie die Finanzierung beim Kampf gegen die Sowjetunion.

Die CIA-Dokumente gehen sogar noch weiter: Sie zeigen die gefährliche Rolle von Bernard Lewis, der sich als Orientalist auf die Region des Maschreq spezialisierte. Er war derjenige, der die Eisenhower-Regierung von einer Zusammenarbeit mit der Bruderschaft überzeugte. Sie belegen die These, dass er dem US-Aussenminister John Foster Dulles und seinem Bruder Alan, CIA-Direktor zu dieser Zeit, eine Teilung der arabischen Levante nach Religions- und Konfessionszugehörigkeit nahelegte zusammen mit einem langfristigen Plan zur Unterstützung der MB durch die US-Regierung. Die Dulles-Brüder stimmten zu und realsierten zusammen mit Präsident Eisenhower eine Konferenz an der Princeton University zusammen mit Mitglieder der Muslimbruderschaft geleitet von Said Ramadan.

Diese geheime Allianz zwischen der MB und der US-Regierung würde letztendlich seine Früchte tragen in der sowjetischen Invasion Afghanistans 1979, als die Reagan-Administration der MB finanzielle, militärische und logistische Unterstützung zusicherte für die Rekrutierung von jungen arabischen Kämpfern im Konflikt mit den sowjetischen Invasoren.

Es existiert in Algerien ein sehr schönes Lied, in dem es einmal heisst: „Die Klinge, die sie uns gaben, hat nun ihre eigenen Augen erblindet“. Keine besseren Worte können beschreiben, wie die US-amerikanische Perzeption gegenüber der Muslimbruderschaft sich ins Gegenteil veränderte, besonders, nachdem es immer mehr Berichte gab, die die potentielle Gefahr der MB für die USA und die Alliierten unterstrich. Dies wird beispielsweise auch durch Anhörungen des US Congress seit 2015 belegt, als dieser von der MB-Gefahr für über 200.000 Soldaten weltweit sprach.