„Neuer Skandal“.. Erdogan gewährt seinen Vertrauten Steuerbefreiungen

Türkische Medien haben sogenannte „neue Skandale“ im türkischen Regime enthüllt, die mit der Korruption und Bestechung durch die Herrscherfamilie, insbesondere die Familie von Präsident Recep Tayyip Erdogan, zusammenhängen, während das meiste davon gegen seinen Sohn Bilal ist.

Die lokale Zeitung Cumhuriyet sagte, dass Recep Tayyip Erdogan, der türkische Präsident, Institutionen und Persönlichkeiten, darunter seinem Sohn Bilal sowie anderen ihm und seiner Familie nahestehenden Persönlichkeiten, Steuerbefreiungen gewährt habe. Die Zeitung hat festgestellt, dass Bilal Erdogan als Direktor von als steuerbefreit eingestuften Institutionen gearbeitet hat.

Zu den Ausnahmen gehörte laut der Zeitung auch Berna Yılmaz, die Ehefrau des ehemaligen türkischen Ministerpräsidenten Mesut Yılmaz.

In diesem Zusammenhang verwies die Zeitung auf die Aufnahme von zwei Instituten in die sogenannte „Liste der steuerbefreiten Institute“, herausgegeben vom Bundesministerium für Finanzen.

Auf der Liste standen die Stiftung Bildung ohne Barrieren, die von Yilmaz’ Frau geleitet wurde, und die İnsan- und rfan-Stiftung, die von Bilal Erdogan und Fatih Citlak, dem Onkel seiner Frau, geleitet wurde.

Cumhuriyet hat bestätigt, dass Erdogan vielen von seinem Sohn verwalteten Einrichtungen Steuerbefreiungen gewährt hat, durch eine Entscheidung des Ministerrats als er Premierminister war und durch eine Entscheidung des Präsidenten, nachdem er Präsident des Landes geworden war. Es hat auch darauf hingewiesen, dass die jüngste Aktualisierung der Liste der steuerbefreiten Einrichtungen die Zahl der mit Bilal Erdogan verbundenen Einrichtungen auf 7 erhöht hat sowie einer Einrichtung, die von seiner Tochter Sumaya geleitet wird.
Bemerkenswert ist, dass türkische und internationale Zeitungen mehrmals über den Reichtum Erdogans und seiner Kinder berichtet haben.

Eine vom Magazin Focus veröffentlichte Untersuchung ergab, dass die Anfang Juli 2020 offiziell bekannt gegebene Zahl für das Vermögen des türkischen Präsidenten, die nur auf 2,5 Millionen Euro geschätzt wurde, nicht stimmt. Focus wies auch darauf hin, dass die in den Papieren verzeichneten Vermögensbeträge von der Realität abweichen, da es geheime Konten bei Schweizer Banken mit Millionen von Euro durch Erdogans Übernahme ehemaliger türkischer Staatsunternehmen gibt, eine gängige Möglichkeit, an Geld zu kommen.

Focus sagte, dass Erdogans tatsächliches Vermögen auf seine große Familie verteilt wird, so dass es nicht erscheint, da Ahmet Burak Erdogan die Reederei MB besitzt, dessen Vermögen auf 80 Millionen Euro geschätzt wird.

Wie sich der 41-Jährige eine große Reederei leisten kann, ist bislang nicht geklärt.

Alle Veröffentlichungs- und Urheberrechte sind dem MENA Research and Study Center vorbehalten.