Tote und Verletzte bei islamistischen Terroranschlag im Zentrum Wiens

Bei einem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt sind am 2. November vier Zivilisten – zwei Männer und zwei Frauen – sowie der mutmaßliche Täter getötet worden. 17 Menschen wurden verletzt, darunter ein 28-jähriger Polizist. Der Anschlag nahm gegen 20 Uhr in der Seitenstettengasse, nahe der Hauptsynagoge der jüdischen Gemeinde in Wien, seinen Ausgang, insgesamt gab es sechs Tatorte in der Innenstadt. Die Polizei erschoss den mutmaßlichen Attentäter.

Der mutmaßliche Täter sei ein Sympathisant der Terrormiliz IS gewesen, mit Sturmgewehr und Sprengstoffattrappe ausgestattet, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Man führe intensive Ermittlungen im Umfeld des Täters durch.

Im Laufe des Vormittags wurde bekannt, dass der Täter am 25. April 2019 zu 22 Monaten Haft verurteilt, weil er versucht hatte, nach Syrien auszureisen, um sich dort dem IS anzuschließen. Ob es einen oder mehrere weitere Angreifer gibt, ist nach Informationen der Polizei Wien noch Gegenstand der Ermittlungen. Bei einer Pressekonferenz mit dem Innenminister sowie dem Polizeipräsidenten am Dienstag Nachmittag wurde allerdings mitgeteilt, dass es sich wohl um einen Einzeltäter handelt. Der Anschlag war laut Behörden sehr gut vorbereitet gewesen. Der Terrorist war mit Waffen ausgerüstet gewesen.

Der Terrorakt erstreckte sich auf sechs Tatorte. In der Seitenstettengasse fielen erste Schüsse, in unmittelbarer Nähe der Synagoge. In einem „zeitlichen Zusammenhang“, so die Polizei, gab es dann Vorfälle an weiteren fünf Innenstadtorten, alle in räumlicher Nähe zum Ausgangspunkt. Die weiteren Orte waren nach Angaben von Harald Sörös, Sprecher des Innenministeriums, der Morzinplatz, das Salzgries, der Fleischmarkt, der Bauernmarkt und der Graben.

Die Hintergründe des Anschlags waren lange unklar. Dienstagfrüh wurde ein islamistischer Hintergrund von Innenminister Nehammer bestätigt. Das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE hatte bereits im Vorfeld auf seiner Homepage einen Jihadisten zu dem mutmaßlichen Anschlag in Wien zitiert: „Jihadist sagt, der Angriff in Wien ist ‚Teil der Rechnung‘ für die österreichische Beteiligung an der US-geführten Koalition“, hieß es dort in einem Satz.

Ein Video zeigte dramatische Szenen aus der Seitenstettengasse. Ein mit einer Langwaffe bewaffneter Mann läuft die Gasse entlang und schießt auf einen vor einem Lokal stehenden Mann, der daraufhin zusammenbricht. Kurz darauf kehrt der Täter zurück und schießt mit einer Pistole aus kurzer Distanz ein zweites Mal auf den am Boden liegenden Mann.

Im Laufe der Ermittlungen am heutigen Dienstag kam es zur Hausdurchsuchung in der Wohnung des mutmaßlichen Attentäters. Dort wurde weitere Munition gefunden. Gleichzeitig führten Polizei Hausdurchsuchungen bei Kontakten des Attentäters durch. Die Polizei Wien bestätigte mittlerweile, dass es zu weiteren 14 Festnahmen aus diesem Kreis gekommen ist.

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